Sonntag, Juni 14, 2026
2026

Olympische Atmosphäre nach den Fanfaren

Orchesterklang und Chorgesang. Zwei leistungsstarke Musikvereine wirkten zusammen beim erfolgreichen Doppelkonzert unter dem Titel „Chor meets Akkordeon“ in der Pfarkirche St. Georg Hardt.

Von Antonie Anton

Die Verbindung zwischen dem Veranstalter Handharmonikaclub „Schwarzwaldecho“ Hardt e. V, (HHC) und dem Chor „Colours of Jazz“ Obereschach kam zustande, da dessen Chorleiterin Laura Flaig aus Hardt stammt und ihre musikalischen Anfänge im HHC erlebte, wie Sprecherin Birgit Fehrenbacher erzählte.

Die Leitung des HHC-Orchesters lag bei Alexander Wassylenko. Am Klavier begleitete Thomas Förstner. Aus nah und fern waren viele Besucher herbeigeströmt, um in der herrlichen Akustik das Programm genießen zu können. Die Vereine wechselten sich ab, sodass das Konzert vielseitig blieb.

Eingestimmt wurden die Zuhörer durch den Pianisten Thomas Förstner, der mit seinem virtuosen Stück „Hopeful“ ein kraftvolles Zeichen setzte. Das Akkordeon-Orchester begrüßte die Gäste schwungvoll mit dem Titel „Rocking Affair“ von Harald Winkler, bekannt als Titelsong der SWR1-Hitparade. Bereits mit diesem Stück konnten die Harmoniker ihre Qualität beweisen.

Ihrem Charakter als Jazzmusiker gerecht wurden die Chorsängerinnen und -sänger mit vier Titeln aus Amerika und Brasilien. Romantisch und stimmungsvoll erklang „Fly me to the moon“. Mit ihren klaren, jungen Stimmen erzeugten die Ausführenden einen homogenen Chorklang.

Wie Laura Flaig berichtete, existiert der Chor seit drei Jahren und widmet sich vor allem Jazzstandards. Mitreißend gestalteten die Vokalmusiker den Bossa-Nova-Titel „The girl from Ipanema“, erst rhythmisch straff, dann lyrisch und sehnsuchtsvoll.

Lebendig und akzentuiert, teils untermalt von Tonsilben, brachten sie den Erfolgstitel „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ zu Gehör. Aus der Jazzmusik stammte der Song „I don’t mean a thing“ von Altmeister Duke Ellington. Thomas Förstner brillierte durch Improvisation und regte nicht nur den Chor, sondern auch die Besucher zum Schnipsen, Wippen und Klatschen an, von der Dirigentin gelenkt vom Pianissimo bis zum Forte.

Der HHC demonstrierte mit dem Dreiteiler „2012“ von Ian Watson, wie spannend Programmmusik sein kann. Musikalisch gespiegelt wurde die Atmosphäre der olympischen Spiele. Nach den „Fanfaren“ des Weckrufs erklangen zarte Stimmen, bis der volle Orchestersound losbrach, der den Kirchenraum bis zum triumphalen Finale erfüllte.

Mit „Intermezzo sinfonico“ aus „Cavalleria rustican” hatte das Orchester eine der schönsten Melodien der Opernliteratur ausgewählt. Zur Einleitung ertönten betörende Klänge. Die Szenerie wechselte, als der Chor das nächste Lied aus den hinteren Bänken erklingen ließ. Der Titel „City of Stars from La-La-Land stammte aus dem gleichnamigen Action-Film.

Ein Höhepunkt wurde erreicht mit dem melancholischen Tango „Oblivion“, bei dem Laura Flaig sich als souveräne Mundharmonika-Solistin entpuppte. Das Orchester unter der Stabführung von Alexander Wassylenko verlieh dem Tango starke Ausdruckskraft. Markante Gegensätze zwischen ruhevollem Legate und rasante Stakkato kennzeichneten die „Sinfonia per un addio“ des Rondo Veneziano. Das Schlagzeug brachte Ordnung in das Stimmengeflecht. Mit „The house of the raising sun“ und „You raise me up” interpretierte das Orchester zwei Klassiker, die Hoffnung und Zuversicht zum Thema hatten. Hier bewiesen die Spieler, dass das Akkordeon ein ideales Instrument ist, um Emotionen auszudrücken.

Zum Abschluss kamen die Zuhörer mit „Sir Duke“ in den Genuss, Chor und Orchester gemeinsam zu hören. Die begeisterten Zuhörer dankten mit stehendem Applaus. „Es war ein wunderbar unkompliziertes und bereicherndes Miteinander mit Dir und dem ganzen Chor“ war das Fazit von Birgit Fehrenbacher. Die Spenden des Konzerts gehen an die Nachbarschaftshilfe „Lichtblicke“

HHC Hardt
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